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Adolf Muschg, "Die Insel, die Kolumbus nicht gefunden hat: Sieben Gesichter Japans"
Suhrkamp | 1996 | ISBN: 3518407414 | 123 pages | PDF | 1,4 MB

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Ein Zustand der Seele
Adolf Muschgs Japan-Bcher
Der Autor gibt alles zu. Einerseits. Und dann mchte er doch darauf bestehen, dass sein Japan ein Land auf diesem Planeten sei. Ein Land, wohlgemerkt, verzeichnet auf Karten, mit einer gewissen Ausdehnung, klimatischen Zonen, einer Bevlkerungsdichte, einer Geschichte, einem Bruttosozialprodukt. Ein Geschftspartner und ein Reiseziel. Er nennt seine Sammlung von Essays, Aufstzen und Reden (der Jahre 1987– 1993) im Untertitel: «Sieben Gesichter Japans». Und widerspricht sich schon im ersten Stck. Denn «Der Wasserfall von Nikko», eine Zeichnung auf einer Briefmarke im Knabenalbum, kann dem erwachsenen Mann die geschaute Wirklichkeit leicht ersetzen: «Den Wasserfall habe ich, wie ich glaube, zu besuchen versumt, sein Bild hat das Bildchen in meiner Kinderhand nicht gelscht.»

Chiffre frs Schreiben

Japan, wenn es sein muss also auch ohne Japan, denn dieses Land ist whrend eines Schriftstellerlebens zur Chiffre fr vieles schwer Fassbare geworden: fr die Heimat, fr die Liebe und fr das Schreiben auch. «Erfinden drfte man die Japangeschichte nicht, an der ich als Lebender dichte; meine Bcher kommen mir dagegen wie die Entzifferungsversuche eines Menschen vor, der den Text, der ihm selbst eingeschrieben ist, noch weniger kennt als die japanische Schrift.»

«Die Insel, die Kolumbus nicht gefunden hat. Sieben Gesichter Japans» erscheint zeitgleich mit einer autobiographischen Erzhlung von Adolf Muschg, «Nur ausziehen wollte sie sich nicht». Sie handelt von den Schwierigkeiten, den Film «Deshima» zu drehen. Deshima, heute ein Stadtviertel Nagasakis, war vor 300 Jahren eine knstliche Insel, auf der sich hollndische Kaufleute niederlassen durften, um mit dem hermetisch abgeschlossenen Japan Waren zu tauschen. In den Essays wird dieser diplomatische Ort zu einem paradoxen Topos des verschlossenen Zugangs; in der Erzhlung zum Symbol einer west-stlichen Liebesgeschichte ohne soziale Realitt. So nhern wir uns Japan ber ein artifizielles Eiland und eine aufgegebene Frau.

Bereits in das Erstlingswerk des damals 32jhrigen Autors, «Im Sommer des Hasen», war jene Liebesgeschichte eingelassen, die zu den innigsten (und vielleicht deshalb grausamsten) der Moderne gehren drfte: Protagonistin Yoko berschreitet die gesellschaftlichen Normen ihres Landes und verzichtet auf ein japanisches Frauenleben fr einen westlichen Mann, von dem sie weiss, dass er sie verlassen wird. ber zwanzig Jahre spter, 1986/87, kam Muschg auf den Stoff zurck; er wurde Zentrum eines Films des Regisseurs Beat Kuert, der anfnglich ein Autorenportrt drehen wollte. (Das im Suhrkamp-Verlag erschienene Buch zum Film ist leider vergriffen und nur noch in Bibliotheken erhltlich.)

Der Yoko-Stoff sollte den Autor nicht loslassen. Noch mal fast 10 Jahre spter kehrt er nun zurck in einer Erzhlung, die von den Produktionsbedingungen des Films «Deshima» spricht, und zwar ausgehend von nur einer Szene: Die junge japanische Darstellerin der Yoko will sich nicht vor der Kamera den Pullover ber den Kopf ziehen. Aus Yokos Hingabe ist die Geste einer Verweigerung geworden. Wie eine Puppe in der Puppe schlt sich ber Jahrzehnte ein japanischer Leitgedanke heraus und verwandelt sich: die Liebesgeschichte aus dem Roman, der Film aus der Liebesgeschichte, das Buch zum Film aus der Arbeit am Film und am Ende die Schlsselszene aus einer Erzhlung ber die Dreharbeiten. Dieses langsame Entblttern des Motivs kontrastiert unmittelbar mit seinem Kern: der Absage, sich nackt zu zeigen.

In seiner Rede ber den Architekten Tadao Ando beschreibt Muschg die Funktion japanischer Trennwnde, die gleichzeitig verbergen wie auch den Blick ffnen: «Sie sind nicht dazu da, einen Raum abschliessend zu definieren, sondern um ihn nach Wunsch und Bedacht zu ffnen, dem Drben oder Draussen einen beweglichen Rahmen zu geben; so wird es zum erweiterten Innenraum – oder zum Bild des Draussen.»

Grazile Ambivalenz










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